Blink, blink, blink. Vor mir ist mein Schreibprogramm geöffnet, eine weiße Seite und dieser lustige kleine schwarze Strich blinkt und blinkt und blinkt. Buchstaben erscheinen, bilden Worte. Der kleine schwarze Strich löscht sie wieder, weil sie nicht richtig erscheinen, nicht das ausdrücken, was in meinem Kopf vor sich geht, wo sich die verschiedensten Gedanken darum streiten, beachtet zu werden und als erstes dranzukommen. Ich hab sie alle schon aufgeschrieben, aber der kleine schwarze Strich ist unbarmherzig und löscht sie sofort alle wieder weg.
Welcher Gedanke kommt denn jetzt durch? Ob sich der kleine schwarze Strich mit einem von ihnen anfreunden kann, ihn stehen lässt und ihm die Möglichkeit gibt, sich weiter zu entfalten? Wie wärs mit der akuten Unlust, endlich zu arbeiten, mal anzufangen, was zu tun. Oder die Tatsache, dass mir der Bewerbungsstress total auf die Nerven geht. Oder vielleicht die Mathe-Schulaufgabe, die nach den Ferien auf mich wartet, für die es zu lernen gilt. Aber hey, ich hab doch Ferien und im Prinzip einfach überhaupt gar keine Lust.
Dafür umso mehr Zeit zum Nachdenken. Darüber, wie sehr es mir fehlt, zu wissen, was abgeht, wie es weitergeht mit mir und meinem Leben und überhaupt der Zeit nach den Prüfungen. Oder dass mir ungefähr zu allem das Geld fehlt und wo kriegt man denn Geld her, wenn man so faul ist wie ich und ja sowieso keine Lust hat. Und dann auch noch, dass ich Gefühle für jemanden hab, für den ich keine haben sollte, unerreichbare Männer und all das.
Aber der kleine schwarze Strich will sie eigentlich alle nicht sehen und nicht hören, will sich mit keinem befassen, sie alle ignorieren. Er will am liebsten überhaupt nichts auf dieser weißen Seite stehen haben. Deswegen löscht er alles wieder weg, mit seiner sturen Blinkerei. Blink, blink, blink. Immer wieder.
