Wir Frauen beschweren uns ja von Haus aus recht gern. Über alles, über jeden, worum geht’s, wir beschweren uns. Allseits bekanntes Lieblingsthema: Männer. In allen Formen, Farben, Ausführungen und Größen1. Verständlich, dass das manchmal etwas schwierig zu handhaben ist und wir können ja auch nachvollziehen, dass das so manchem Exemplar des anderen Geschlechts gehörig auf die Nerven geht.
Es ist aber auch einfach verdammt schwierig, so einen Mann zu finden, der mal richtig ist. Oder auch nur ein bisschen in die gewünschte Richtung geht, frau biegt sich den dann ja schon zurecht, wenn die Ansätze stimmen.
Auf Männerfang kann frau ja auch aus verschiedenen Gründen gehen. Die Eine sucht eine Beziehung, einen zum Heiraten und Kinder kriegen, die Andere Spaß für eine Nacht. Und obwohl jede dieser zwei Frauen ein komplett unterschiedliches Ziel verfolgt, kann man keinesfalls sagen, dass es eine gibt, deren Jagd auf das starke Geschlecht sich leichter gestaltet als die der anderen.
Sehen wir uns das doch mal im Einzelnen an. Frau A, auf der Suche nach einem halbwegs gutaussehenden und umgänglichen Ehemann, der ihr einigermaßen freundliche, nicht komplett erziehungsresistente Kinder schenkt, findet sich gleich nach Beginn ihrer Mission umzingelt von recht ärmlich anmutenden Jüngelchen, die nur auf Sex aus sind und so gar nicht in ihr Beuteschema passen. Sie beschwert sich, weil die Männerwelt versaut und pervers ist und kein einziger vernünftiger Typ darunter ist.
Aber vielleicht hat sie es sogar noch gut, denn möglicherweise ist ja irgendwann trotzdem noch der Richtige dabei. Immerhin hat auch sie Cinderella, die Schöne und das Biest und all die anderen wunderbar schönen Disneyfilme gesehen, als sie noch jung war. Oder in anderen Worten: Tief drinnen ist sie sehr romantisch und wartet auf ihren Ritter in der glänzenden Rüstung, aber bitte mit weißem BMW, Pferde sind ja so twothousandlate.
Ganz anders geht es Frau B, sie ist noch jung, hat möglicherweise gerade eine kurze oder auch eine lange Beziehung hinter sich und möchte gerne ein bisschen Spaß haben. Der perfekte Mann dafür ist groß, attraktiv durchtrainiert, aber nicht muskelbepackt wie Hulk, man möchte ja dann doch nicht nur hart durchgenommen, sondern hin und wieder vielleicht auch sanft in den Arm genommen werden. Er sollte gut im Bett sein, fantasievoll und selbstlos. Wovon Frau A also auf ihrer Jagd geradezu belästigt wurde, kann Frau B lange träumen. Denn sie geht zu offensiv vor, schreckt die Männer ab, die eine Frau ja dann irgendwie doch gerne auch ein wenig jagen würden, bevors ans Vernaschen geht.
Der Teil, der sich auf sie einlässt, findet sie dann aber gleich so gut, dass er gerne mehr von ihr möchte, das Gesamtpaket, nicht nur eine Nacht, aber darauf lässt sich Frau B nicht ein und weil wir weiblichen Wesen ja nicht so sind, will sie ihn auch nicht nur einmal mitnehmen und dann nie wieder zurückrufen. Sie beschwert sich, dass die Männer nicht mehr das sind, was sie mal waren und dass man sich nicht mal auf sie verlassen kann, wenn es nur um einen guten Fick gehen soll.
Auf was ich eigentlich hinaus will, ist, dass Männer im Prinzip einfach nie das tun, was frau gerne hätte und dass das wohl auch für immer so bleiben wird. Deswegen ein Appell an die Frauenwelt: Nehmt den Nächsten einfach mal so hin, wie er ist, ohne ihn ändern zu wollen, möglicherweise ergibt sich ja dann doch das Richtige draus?
1Um zweideutige Interpretation wird gebeten, Anm. d. Autorin
