Mit dreistem Selbstvertrauen und einem Wahnsinnslächeln

Kinn und Wangen waren wund, manche Stellen sogar ein wenig blutig, wo die Bartstoppeln zu stark gescheuert hatten. Ihre Lippen wirkten geschwollen, ihr Nacken wies rote Bissspuren auf, ihre Haare waren ein verfilztes Chaos. An den Innenseiten der Oberschenkel, gegen die er sich gepresst hatte, zeigten sich blaue Flecken. Ihr Kopf dröhnte, weil sie mit ihm gegen das Kopfteil geschlagen war; ihre Beckenknochen schmerzten und die empfindliche Haut zwischen den Beinen fühlte sich an wie geschmirgelt. Selbst die Füße taten ihr weh, nachdem sie stundenlang vor Wonne die Zehen gekrümmt hatte.“

Das ist ein Auszug aus dem Buch, das ich gerade lese. Und normalerweise kommt in diesen Büchern, die nicht unbedingt Bestseller sind, dafür aber sehr unterhaltsam, zwar immer wahnsinnig guter, weltverändernder Sex vor, allerdings sind die Frauen am Morgen danach wie auf wundersame Weise frisch geschminkt, frisiert und gutriechend.

Was ja wohl überhaupt nicht der Wahrheit entspricht. Zumindest ich bin nach wahnsinnig gutem, weltveränderndem Sex verschwitzt, knallrot im Gesicht und meine Haare sehen eher aus wie ein Vogelnest als wie eine Frisur. Fünf Minuten danach wie auch noch am nächsten Morgen. Und ich bezweifle sehr, dass ich die einzige bin, der es so geht. (Das hoffe ich zumindest, sonst bin ich wohl umringt von perfekten Frauen wie bei den „Frauen von Stepford“, was ja wohl äußerst gruselig wäre.)

Aber genau das am Morgen danach ist das Beste daran. Wenn frau aufsteht und in jedem Zentimeter des Körpers merkt, letzte Nacht war gut, sogar sehr gut! Ich fühl mich wie neu geboren, wenn die Beine wacklig sind und alles ein wenig schmerzt, weil man vor Anspannung und Hingabe die Muskeln überanstrengt hat. Ich liebe das, man merkt genau, was der Körper dabei eigentlich geleistet hat. Es ist eine gute Erinnerung an die schönste Nebensache der Welt.

Und genau deswegen kann ich nur den Kopf schütteln, wenn Freundinnen meinen, sie müssten morgens früh aufstehen, um sich hübsch zu machen, damit der Kerl sie bloß nicht mit verwuschelten Haaren oder (oh weh!) ungeschminkt zu Gesicht bekommt. Bei ONS mag das ja in Ordnung sein. Obwohl, ist der Sinn davon nicht, dass der Typ am nächsten Morgen nicht mehr da ist? Ich bin da nicht so bewandert. Auf alle Fälle halte ich es für überflüssig, sich extra aufzuhübschen, obwohl es klar ist, dass man nach wahnsinnig guten, weltveränderndem Sex nicht wunderschön sein kann.

Außerdem sieht er nach einer anstrengenden Nacht wahrscheinlich auch nicht viel besser aus. Wie gut, dass man dann zu zweit in die Dusche hüpfen kann! ;D

11. mai ’09  21:18


funzbabe



Eine Reaktion zu “Mit dreistem Selbstvertrauen und einem Wahnsinnslächeln”


Anna

Ja!
Genauso ist es. Wir sehen einfach nach uns selber aus, dabei / danach.
Und ich glaube auch das Lieben die Männer an uns. Seine liebste Neben sich liegen zu haben. Verschwitzt und glücklich ( wenns gut lief ;D)!
Glaube ich zumindestens. Tja. Jungs…Geständnis?




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