
Ich komm ja hier grad erst heim. Und muss eben kurz diese zwei Tage zusammenfassen, sonst kann ich nicht schlafen.
Als ich das allererste Mal Disneys „König der Löwen“ im Kino gesehen hab, da war ich noch een kleen Medschn. Aber deswegen nicht weniger begeistert. Die Geschichte vom kleinen abenteuerlustigen Simba und den Tieren um ihn rum, das hat mich von Anfang an begeistert. Klar, haha, die is’ 17 und steht auf so’n Scheiß. Ihr könnt mich mal. Ich liebe das. Punkt.
Irgendwann hab ich dann mal gehört .. hey, da gibt’s n Musical von. N Musical? Was? Wo? Ja, schnucki, in Hamburg. Bei de Fischköppe. Fliegste ma hin, wa? Ja, fliegste ma hin. Leichter gesagt als getan. Flieg da mal hin! Kurz: Ich träume seit 2001 von diesem Musical. Kein anderes sollte es sein. Phantom der Oper? 42nd Street? Cats? Wicked? Mag ja alles ganz nett sein .. und sicherlich überwältigend .. aber was ich da Mittwoch erleben durfte. (Ja, ich BIN nach Hamburg geflogen. Danke an Papa, danke danke danke, tausendmal Danke dass du das ermöglicht hast, ich liebe dich über alles dafür!) Wahnsinn.
Ich fang einfach mal ganz vorne an. Unser Flug ging um neun Uhr morgens, was für mich hieß, um sieben musste ich spätestens aus dem weichen, warmen (eiii.. Ferien? Na.) Bett gekrochen sein, in die Dusche hüpfen, damit ich mich rechtzeitig vom frischgebackenen Autofahrer Maxi zur S-Bahn fahren lassen konnte. Schon mal kein guter Start in den Tag. Also wegen dem Aufstehen, thihi. Was solls. Zum Flughafen, dann erstmal ausziehen. Jaha. Lustige Gepäck- und was-habt-ihr-für-lustige-und-nicht-so-lustige-Dinge-am-Körper-versteckt .. mist wie vollende ich diesen Satz? Durchsuchung halt! Ganz schön penibel, die lieben Flughafenleut, aber immerhin fühlt man sich dann sicher. Auf ins Flugzeug, bin seit Jahren nicht mehr geflogen. Ist so ein Start jetzt mit der Silver Star zu vergleichen, herzklopf, klopf, KLOPFKLOPFKLOPF! Nein. Schööön sanft hat der liebe Herr Pilot uns bis nach Hamburg gebracht. So über den Wolken, da ist die Freiheit schon bisschen grenzenlos .. traumhaft. Geklatscht haben wir trotzdem nicht für ihn. Leute, die dem Piloten applaudieren sind wie die, die im Kino klatschen. Das ist dem sein Job, dafür zu sorgen dass wir nicht abstürzen, ne!
Na wir sind also angekommen. Und das Hotel .. ein Altbau. Jaa, superschöne knarzende Böden und hohe Decken, das lieb ich ja. Zimmer und so alles wunderbar und cool und sowieso total in Ordnung. Also erstmal bisschen Hamburch angeguckt, geshoppt und so weiter. Jetzt der interessante Teil: Muuuusical!
Wenn ihr euch jetzt denkt (Männer aufgepasst!) „Ieh, so ein Musical ist langweilig“, dann braucht ihr gar nicht weiterlesen, weil ihr es dann eh nicht wert seid. So ein Musical, das is ne Naturgewalt. Das glaubt man gar nicht, was da alles zusammenkommt. Und ich weiß gar nicht, wie ich das in Worte fassen soll. Nein wirklich, es mag zwar schwer zu glauben sein, aber ich bin direkt sprachlos. Mich hat das so beeindruckt, dass ich keine Worte finde, die das auch nur annähernd so wiedergeben, wie ich das erlebt hab. Allein die Anfangsszene, die Tiere kommen alle durch den Zuschauerraum auf die Bühne, und diese Kostüme! Da steckt Herzblut drin. Die erste Szene also, und ich war gebannt. Ich saß in meinem Stuhl und hätte fast geweint, weil ich so überwältigt war. Ein Kindheitstraum, den ich mir da erfüllt hab. Beziehungsweise, der mir erfüllt wurde.
Diese vielen Künstler, die da zusammenarbeiten, das Bühnenbild, die bewegliche Bühne. Und die Sänger. Ich hab noch nie jemanden so singen hören. Mit so viel Hingabe und so viel .. ich kann es nicht beschreiben. Es geht nicht. Fliegt selbst hin und schaut es euch an. Es wird auch euch vom Hocker hauen.

Ich bin so glücklich. Kann man sich das vorstellen? Dass nur diese eine Show mein Herz aufgehen lässt? Dass ich bei der Erinnerung jedes Mal wieder erstaune, was die da geleistet haben und dass ich stundenlang voller Begeisterung davon erzählen könnte? Und dabei eigentlich doch nicht das sage, was ich fühle? Diesen Tag hab ich mit allen Sinneseindrücken, die da auf mich eingeflossen sind, in ein Marmeladenglas gepackt und in meinem Herz eingeschlossen und wenn ich Sehnsucht hab, nach der Hansestadt mit Herz, nach ein bisschen Dschungel oder nach ein bisschen Hafen, dann mach ich das auf und kann mir immer alles wieder ansehen. Und ich werd mich immer wieder mit Freude dran erinnern.

Natürlich ist das jetzt ein unbefriedigender Eintrag, für alle, die sich detaillierte Beschreibungen erhofft hatten. Aber ihr müsst mich verstehen, dass das so viel war, und so viel Gutes, dass ich im Moment nicht in der Lage bin, das mit meinen eigenen Worten wieder auszudrücken.
Ich kann euch hier ein paar Bilder zeigen, die ich zwar nicht selbst gemacht hab, weil das Fotografieren und Aufnehmen natürlich verboten ist und ich kann auch Videos posten, aber das ist nicht das Gleiche. Alles was ich denen, die es noch nicht gesehen haben, geben kann, ist ein kleiner Einblick, ein Bruchteil dessen, was mich so bewegt hat.
Aaah, Leute, ich bin selbst ein wenig enttäuscht. Das ist ja nichts halbes und nichts ganzes hier. Aber ich kann es einfach nicht. GRR. Mich nervt das selbst. Vielleicht fallen mir irgendwann die Worte ein, aber im Moment müsst ihr euch hier mit Rumgestammel zufrieden geben. Demnächst eine genauere Beschreibung! Und dann auch mehr von Hamburg!
6. November ’09 01:34

Am 6. November 2009 um 13:42 Uhr